Salgados romantische Genesis

Sebastiao Salgado ist einer der bedeutendsten Fotojournalisten und hat sich vorwiegend sozialen Themen gewidmet. Er berichtete über Goldsucher in Amazonien, über die Bewegung der Landlosen in Brasilien, über die Gräuel von Ruanda.DSC_9346

Seit einigen Jahren fotografiert Salgado Tiere, Landschaften und Indianer. Entstanden sind wunderbare Schwarzweißfotos, die betören. Weiterlesen

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Ai Weiwei auf Besuch in Toronto

Ai Weiwei ist doch der, der eine Ming-Vase fallen ließ? Das ist schon richtig. Und der eingesperrt wurde, weil er angeblich Steuern nicht bezahlt hat? Der sich selbst fotografiert hat, nachdem Polizisten ihn verprügelt hatten? Alles richtig.DSC_9240

Doch Ai Weiwei ist in meinen Augen vor allem der, der bedrückend und eindrücklich an die mehr als 5.000 Kinder erinnert, die beim Erdbeben 2008 in China starben, weil schlecht gebaute Schulgebäude einstürzten. Weiterlesen

Bauboom in der Höhe: Brüder, zur Sonne

Toronto strebt nach Höherem. Die Stadt will hoch hinaus. Jeder, der kann, reckt sich gen Himmel. Nirgends in Nordamerika drehen sich mehr Baukräne als hier, sagt ein Reiseführer. Freilich sind diese nicht die zuverlässigste Informationsquelle, wir nehmen die Tatsache leichter Hand als Fakt und legen die Köpfe in den Nacken. DSC_7952

Wohnturm um Wohnturm wächst in Toronto empor. Bevorzug freilich dort, wo der See nicht weit ist und der Blick vordergründig unverbaubar ist. Stahl, Glas, Beton und Beton, Glas und Stahl. Weiterlesen

Plötzlich NY? Klappe, wir drehen!

Ich bin dann mal kurz weg. In New York City. Das ist gar nicht weit. Ich radele lediglich die Yonge Street ein paar Blocks nach Süden, schon bin ich dort. Gelbe Taxis im Straßenbild. „US today“, „New York Times“ und „US Herald“ sind druckfrisch zu haben, der „Toronto Star“ nicht. Irgendwas stimmt nicht. Warum tragen Polizisten kanadische Uniformen? Ein halbseidener Traum, eine Sehnsucht nach Big Apple?DSC_8900

Ich will heute überhaupt nicht nach NYC, ich bin vielmehr aus Versehen hier gelandet. Ich bin mitten in Dreharbeiten zur US-TV-Serie „Suits“ gestolpert. „Geh aus dem Bild!“, werde ich prompt angeblafft. Klappe. Weiterlesen

Melancholie auf Torontos Islands

Die Torontonians lieben ihre Islands. Mugg’s und Algonquin, South und Forestry, Ward’s und Centre Island, Snake und Olympic, sie alle werden geherzt. Tausende Stadtmenschen schaukeln an warmen Sommertagen auf Fähren hinüber. Kinder fahren in „Centreville“ Karussell, Freizügige lassen hinterm Gibraltar Point die Hüllen fallen, weil dort der Badeanzug nur „optional“ zu tragen ist.Toronto Islands Lifeguard

Doch bei all der bunten Sommerfrische bergen die Inseln Melancholie. Zumindest kann man sie einfangen, beobachtet man gelangweilte Lifeguards, die dem Feierabend um 6.30 pm entgegenfiebern. Weiterlesen

Kanada, Land des Südens

Eine Feststellung: Kanada ist ein Land des Nordens! Des Nordens? Denkste! Pustekuchen, Quatsch mit Soße, geballtes Unwissen, grober Unfug. Gut, Kanada streckt sich so weit in den Norden, bis es nur noch südwärts weitergeht, also fast bis zum Pol. Aaaaaber, der bewohnte Teil der Nation liegt im Süden.DSC_7461

Rasch am Globus gedreht: Toronto liegt auf einer Höhe mit – trara – Florenz. 43 Grad 4x Minuten. Mit diesem Wissen ausgestattet kann man diese Frage leicht beantworten: Warum ist der Sommer in Ontario mollig warm bis brütend heiß? Eben. Weiterlesen

Die Schöne und der See

Toronto ist lebendig, geschäftig, bunt. Kurz: Wunderbar. Multikulti in Reinkultur. In der Subway von der Yonge Street ins Bloordale Village kann ich nicht widerstehen, Paare zu belauschen, die sich auf Portugiesisch unterhalten. Im kleinen Grocerystore auf der Ecke gibt es „Pao“ und „Leite“. Im Supermarkt liegt Torontos brasilianische Zeitung aus.IMG_8429Klein Portugal, klein Brasilien? Freilich, doch in den Fenstern vieler Häuser kleben kanadische Flaggen, daneben das rot-grüne und grün-gelbe Tuch Portugals und Brasiliens. In unserem Viertel wohnen zudem zahlreiche Inder. Frauen tragen Saris, einige Männer die Turbane der Sikhs. Die Menschen sind stolz auf ihre Wurzeln in aller Welt. Zugleich sind sie stolz, Kanadier zu sein. Weiterlesen

Wird’s dunkel, hat der Zug Toronto erreicht

Unter  Gegnern von Stuttgarts unterirdischem Bahnhof macht dieser Witz die Runde: „Papa, sind wir schon in Stuttgart?“ „Nein. Frag’ doch nicht in jedem Tunnel!“ Abgesehen davon, dass es auf den Bahnstrecken zwischen Quebec City, Montreal und Toronto keine Tunnel gibt, ist ein solches Vater-Sohn-Gespräch auch in Kanada denkbar. Wird es am helllichten Tage dunkel, liegt das mit hoher Wahrscheinlichkeit daran, dass der Zug im Bahnhof der drei Städte eingefahren ist.DSC_6403Foto: Gut zu erkennen: Quebec City

In Quebec ist der Bahnhof ein durchaus ansprechendes Gebäude. Ein weiteres Plus ist, dass Überlandbusse exakt am selben Platz halten, was nebenbei bemerkt in Montreal und Toronto gänzlich anders ist. Doch, oh Wunder, Reisende werden ins Halbdunkel geschickt, wo sie Gleise und Bahnsteige finden. Der obige Fotobeweis Nummer Eins belegt dies. Weiterlesen

Fluss oder Fjord? Rätsel am Sankt-Lorenz-Strom

40 km bin ich in meinem gesamten Leben noch nicht geschwommen. In jedem Jahr knapp 1.000 Meter? Niemals. Von einer Flussüberquerung sollte ich hier folglich Abstand nehmen.DSC_580940 km ist der Sankt-Lorenz-Strom im verschlafenen Nest Baie-des-Sables breit. Das gegenüberliegende Ufer ist nur bei bester Sicht auszumachen. Weiterlesen

EdgeWalk: Toronto am Abgrund

Meine Mama hat häufig gewarnt: „Du gehst am Rande einer Backpfeife spazieren.“ Soetwas hinterlässt bei einem Knaben tiefe Wunden. Jahrelang habe ich darunter gelitten und Spaziergänge gemieden. Ich bin gewalkt und gewandert, gehastet, geilt und geschlendert, auch geschlichen und stolziert. Jetzt habe ich das Spaziergangs-Trauma überwunden und das Gehen am Rande mittels Konfrontationstherapie besiegt.EdgeWalk pic für blog

30 Minuten EdgeWalk auf dem CN Tower in Toronto, und ich war geheilt. Dafür hat mich ein Virus infiziert: Ich will wieder rauf! Weiterlesen