Kanada, Land des Südens

Eine Feststellung: Kanada ist ein Land des Nordens! Des Nordens? Denkste! Pustekuchen, Quatsch mit Soße, geballtes Unwissen, grober Unfug. Gut, Kanada streckt sich so weit in den Norden, bis es nur noch südwärts weitergeht, also fast bis zum Pol. Aaaaaber, der bewohnte Teil der Nation liegt im Süden.DSC_7461

Rasch am Globus gedreht: Toronto liegt auf einer Höhe mit – trara – Florenz. 43 Grad 4x Minuten. Mit diesem Wissen ausgestattet kann man diese Frage leicht beantworten: Warum ist der Sommer in Ontario mollig warm bis brütend heiß? Eben.Weil sich Kanada so weit nach Norden zieht, bis der Globus…. Weil das Land also so groß ist, und Journalisten Extreme lieben, zieht mich der südlichste Punkt Kanadas an. Aufgrund der historischen Tatsache, dass nie in Kolonien Flaggen mit Ahornblättern gehisst wurden, liegt dieser magische Punkt am Rande des Mutterlandes.

Auf ins Auto und hingefahren. Von London aus. (Dieses London liegt in Ontario und südlicher als London, UK, dies nur am Rande bemerkt.)DSC_7433

Point Pelee heißt der sandige Landzipfel, der in den Lake Erie ragt. Beständig arbeiten sich Wellen an der Halbinsel ab. Gleichzeitig greifen sie von Ost und West an – was zu hübschen Wellenkollisionen führt. Ein Spektakel.

Scharen- naja, grüppchenweise pilgern Kanadier auf die schmale Landzunge. Ein bisschen fühlt man sich an den Mount Everest erinnert (auch wenn man noch nicht auf dessen Gipfel stand). Point Pelee erreicht. Kurz die Aussicht genießen. Beweisfoto. Weggetreten. Der nächste Besucher stellt sich exakt auf den südlichsten Punkt. Beweisfoto. Die Weggetretenen verweilen kaum, es gibt weiters nichts zu tun, und die Schei… Strandfliegen beißen ganz gemein.DSC_7458

Eindringlich weisen Schilder darauf hin, ja keine Fußzehe ins Wasser zu strecken, geschweige denn mehr. Böse Strömungen sind schon Leichtsinnigen zum Verhängnis geworden. Selbst gute Schwimmer sind hier ertrunken. Selbstredend spielt jeder Besucher bereitwillig mit dem Leben und lässt sich fotografieren, während Wellen seine Füße umspülen.

Etwas weiter Richtung Festland, also nördlich, darf man übrigens schwimmen und sollte das auch ausgiebig tun. Die Sandstrände sind famos, das Wasser türkies. Am Horizont macht man Pelee Island aus (etwas südlicher, aber das zählt nicht, weil kein Festland.) Die Ostflanke von Point Pelee wird von einem Streifen Sumpfes gesäumt, in dem man mit Phantasie Krokodile und Anacondas vermuten darf.DSC_7547

Eindringlich warnen möchte man vor dem Hinauswaten am südlichsten Zipfel aus aktuellem Anlass: In wenigen Kilometern Entfernung zieht sich die Grenze zur USA durchs Wasser. Schnell würden Schwimmer zum Opfer der Küstenwache mit ihren Minenlegern, Kanonenbooten und Zerstörern. Außerdem ist davon auszugehen, dass man nicht allein den Wellen lauscht, sondern die Wellen zurück lauschen. Die NSA ist nah am Point Pelee.

Wo wir gerade das Sicherheitsbedürfnis der USA streifen: Ist dir/euch/Ihnen dies mal aufgefallen: Alle großen Städte Kanadas liegen ziemlich nah an der Grenze zu den US von A. Die Kanadier führen doch etwas im Schilde! Die sind auf Krawall gebürstet.DSC_7526

Noch ein Foto, weil: Man hat’s ja:DSC_7536

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