Lebensretter, weil er nicht auf Warnungen hörte

Bei einem Feuer sind in Titisee-Neustadt 14 Männer und Frauen ums Leben gekommen. Sie sind gestorben, als es in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung brannte. Die Todesopfer hatten keine Überlebenschance. Sie erstickten im Rauchgas. Nur wenige Atemzüge genügen, und Kohlenmonoxid führt zu Bewußtlosigkeit, dann zum Tod. Doch aus dem Raum, in dem sie starben, konnten sich drei Menschen durch ein Fenster retten. Die Betreuerin, die in den Flammen umkam, hatte sich bereits in Sicherheit gebracht, lief jedoch zurück.

Während der Recherche sind meine Kollegin Ingrid Eißele und ich auf Nicolas K. gestoßen, der zum Lebensretter wurde. Er hat nicht auf die Warnung seiner Schwiegermutter gehört: „Geh da nicht hin!“ Er hat geholfen. „Ich konnte nicht anders.“ Weiterlesen

Bus, Bike, Boat – und London Eye

Ein Reporter, der sich mit Mobilität beschäftigt, findet in London Themen über Themen. Zwei Tage genügen, um fünf Geschichten zu schreiben – ohne Recherche und Planung daheim. So haben die Londoner ihre Routemaster wieder, jene Doppeldecker mit Plattform am Heck, auf die man aufspringen kann. Allerdings fahren nur wenige auf der Linie 38. Man muss lange warten, um einen zu erwischen.

Man kann sich ein Fahrrad leihen und im Linksverkehr mitschwimmen. Über den Trafalgar Square, an Buckingham Palace und Big Ben vorbei, unter dem London Eye hindurch, die Themse entlang bis zur Tower Bridge. Man kann mit dem Linienboot den Fluss hinunter fahren (wobei das nicht sonderlich spannend ist). Weiterlesen

„Weg mit dem Speck!“

So, freilich wenig originell, heißt die Titelgeschichte des aktuellen Stern. „Warum jeder vierte Deutsche krankhaft dick ist – und was man selbst gegen Übergewicht tun kann“, lautet die Unterzeile. Siehe da, Schuld am Dicksein sind Erziehung, Darmflora und die lieben, bösen Gene. 35 an der Zahl.

Für den Bericht habe ich mit Sylvia Kasten, 48, gesprochen. Sie wog 120 Kilo, jetzt sind es 70. Ihr Geheimnis: Eine Magenbypass-Operation.

Die Reportage ist in Stern 45/2012 ab Seite 70 erschienen.

Elektroautos: Und niemand fährt sie

Das Ziel ist kühn. Bis 2020 sollen eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straße rollen. Derzeit sind es ein paar Tausend. Kein Wunder, dass es kaum Ladestationen gibt. Wo keine E-Autos, da keine E-Tanke, da keine E-Autos. Dabei soll Elekromobilität helfen, den CO2-Ausstoß aus dem Verkehr zu senken. Autos, Laster und Busse sind immerhin für rund 13 Prozent klimaschädlicher Gase verantwortlich.

Der Mangel an Ladestationen ist es nicht allein, der Kunden davor zurückschrecken lässt, ein Elektrofahrzeug zu kaufen. Die Autos sind einfach zu teuer. Die Reichweite der Wagen ist zu gering. Der Nutzen für das Klima zweifelhaft. Weiterlesen

Was Ärzte wirklich verdienen

„Und warum viele unzufrieden sind.“ Dieser Frage widmet sich der STERN in seiner Ausgabe 41 vom 4.10.

Dr. Ulrich Schmidt-Riese ist einer von ihnen. Sein Einkommen kann sich sehen lassen. Er verdient 12.500 Euro brutto im Monat, damit kommt der Mann hin. Das sagt er auch. Allerdings arbeite er für zwei. 80 Stunden sind es in der Woche. Das ärgert ihn. Doch Schmidt-Riese liebt seinen Beruf als Kinderarzt. „Wenn ein Kind gesund wird, ist das toll“, sagt er. Kinderarzt ist er geworden, weil er „am Anfang des Lebens arbeiten möchte und nicht am Ende“.

Schmidt-Riese ist einer von zehn Medizinern, die mit dem STERN über ihr Einkommen und ihre Zufriedenheit im Job gesprochen haben. Die Interviews mit einem Radiologen und einem Urologen wurden aus Platzgründen leider nicht veröffentlicht.

Mondial de l’automobile Paris

Zwei Tage lang war ich in Paris auf der Automesse Mondial de l’automobile. Zur Probe bin ich in Autos von Ferrari, Jaguar, Mercedes AMG, Porsche, Bentley, Rolls Royce gesessen. Ich habe zugehört, wie Daimler-Chef Zetsche seine Arbeit gepriesen hat, habe mir Weltneuheiten und Conzeptcars angeschaut und mich gefragt, warum manche Autos das Energiesiegel G tragen. Zum Vergleich: Kühlschränke, die schlechter als A++ sind, sollte man nicht kaufen.

All das habe ich als Journalist getan, der sein zehn Jahre altes Auto ausschließlich dazu benutzt, um von A nach B zu kommen. Veröffentlicht wurden die Texte bei techfieber.de/motor.

In Paris sind auch einige Fotos entstanden, die ebenfalls im Blog zu sehen sind.

Die Rente ist sicher?

„Die Rente ist sicher“, wiederholte einst Norbert Blüm (CDU) gebetsmühlenartig. Der musste es ja wissen, war er doch Sozialminister unter Kanzler Helmut Kohl (CDU). Schon damals waren Zweifel angebracht. Heute ist klar, dass die gesetzliche Rente zwar sicher ist, allerdings sicher zu wenig. Was tun?

„Mehr Geld im Alter“ titelt der STERN in seiner aktuellen Ausgabe. „Rente und private Vorsorge: die richtigen Strategien für 30- bis 60-Jährige“. An elf Beispielen dekliniert das Heft „Versorgungslücken“ durch, unter anderem für Pia Gruschwitz, die ich interviewt habe. Kernaussage der Titelgeschichte: Früher an später denken.

Aktualisierung:

Der Artikel wurde im September 2013 mit dem Medienpreis der AachenMünchener ausgezeichnet.

Klimaretter.info

Fragen rund ums Klima und die Energiewende werden immer wichtiger. Zugleich wird Internet-Journalismus immer bedeutender. Zwei Zukunftstrends. Um zu sehen, wie sich beide Entwicklungen verknüpfen lassen, habe ich fünf Tage beim Internet-Magazin klimaretter.info in Berlin gearbeitet.

Während meines Besuches in der Redaktion habe ich mich mit Protest gegen den Braunkohletagebau Welzow und Kernenergie in Finnland befasst, über Fracking bei der Erdgasgewinnung und der Förderung der EU-Kommission für Biotreibstoff geschrieben.

Die Artikel sind hier online zu finden:

Der Text über den Tagebau Welzow wurde in der Tageszeitung taz veröffentlicht.

People auf der IFA

Die neuesten Smartphones, die größten und schärfsten Fernseher, smarte Küchengeräte, das alles gibt es auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin zu sehen. Vier Tage war ich dort, allerdings habe ich mich nur am Rande mit den Weltneuheiten und Prahlereien beschäftigt.

Für den Blog techfieber habe ich zusammen mit Fotograf Eric Vazzoler  an einer People-Serie gearbeitet. Wir haben rund zwanzig Kurzinterviews mit Menschen geführt, die eine Messe ausmachen: Hostessen, Experten, Besucher.

Die People-Stücke sind hier online zu finden:

Zum Abschluss der IFA waren wir doch noch auf einer Weltpremiere. Der angeschlagene Riese Nokia hat sein neues Smartphone präsentiert. Hip in einer Berliner Hinterhof-Location. New York is calling, hieß es dann. Weiterlesen

Die mörderische Tat von Karlsruhe

Am 4. Juli erschoss Bernard K. vier Menschen und sich selbst. Gerichtsvollzieher und Schlüsseldienst waren gekommen, um K. aus der Wohnung zu holen. Zwangsräumung. Vor dem Haus warteten bereits die Möbelpacker. Auch der neue Eigentümer der Wohnung, der sie bei der Zwangsversteigerung gekauft hatte, kam hinzu. K. nahm Gerichtsvollzieher, Schlosser und Neueigentümer als Geiseln und tötete sie. Auch seine Lebensgefährtin, der die Wohnung gehörte, brachte er um. Dann steckte er die Wohnung im Karlsruher Kanalweg in Brand. Ein SEK stürmte und fand die Leichen.

Blumen und Kerzen vor dem Haus, in dem fünf Menschen starben

Als gesichert gilt inzwischen, dass K. spielsüchtig war. Viel Geld soll er beim Glücksspiel an Automaten verloren haben. „Ich bin spielsüchtig“, hat er zum Wirt einer Kneipe gesagt, in der er häufig verkehrt ist. Als einziges Medium haben wir im STERN über die Sucht berichtet. Ob die Spielsucht Hintergrund für die Mord ist, wird für immer Spekulation bleiben.

Der Artikel „Höllisches Ende“ ist im STERN, 29/2012 erschienen.

Ein Artikel, der die Spielsucht ausführlicher thematisiert, wurde auf stern.de veröffentlicht.