„Exen“ auf Facebook

„Was mich bewegt“ heißt eine Rubrik im Stern. Am 20.2. durfte ich sie füllen. „Mein Sohn hat vielleicht vergessen was es mit sich bringt, dass er mit mir auf Facebook befreundet ist. Ich kann Einiges von dem sehen, was er seinen Freunden so alles schickt. Meist interessiert es mich nicht. Doch am Wochenende postete er ein Video, auf dem er einen halben Liter Bier „ext“. Er sitzt, leicht verdruckst, auf einem schmuddeligen Sofa im Jugendraum, dankt, trinkt in einem Zug und „nominiert“ drei Freunde

So funktioniert das Spiel nämlich: Jugendliche „nominieren“ einander, ein Bier zu trinken, und filmen sich dabei. „Social beer game“, „Biernominierung“ und „Neknominate“ breiten sich auf Facebook schneller aus als ein Grippevirus. Weiterlesen

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Hells Angels: Erst Traumhochzeit, jetzt Knast

Der Reutlinger „Präsident“ der Hells Angels muss wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung vier Jahre in den Knast. Ingo D. hat nach Überzeugung der Richter des Tübinger Landgerichts einem Kneipenwirt androht, ihm mit einem Hammer den Schädel einzuschlagen. Hintergrund war, dass der Wirt einen Freund Ds im Streit schwer verletzt haben soll.

Im Juni 2012 hatte sich Ingo D. von einer ganz anderen Seite gezeigt. Bei strahlend blauem Himmel führte er seine Freundin zum Traualtar. 450 Angels aus aller Welt priesen in der evangelischen Marienkirche Gott. Wie artige Chorknaben sangen sie von seiner Liebe, die Orgel spielte „Geh aus, mein Herz“. (Hier ist meine kleine Geschichte darüber.)

Schon damals stach die Doppelköpfigkeit der Hells Angels ins Auge: Am Tag nach der Hochzeitsfeier standen zwei der mutmaßlichen Gäste vor Gericht. Der Vorwurf: Versuchter Totschlag.

Tage im Koma

Der Stern beschäftigt sich erneut mit dem Thema Schädelverletzungen. „Tage im Koma“ ist der Artikel überschrieben. Sechs Männer und Frauen berichten, wie sie es erlebt haben, aus dem Koma aufzuwachen, und wie sie sich ins Leben zurückgekämpft haben.

Hanno Wellmann (39) ist einer von ihnen. 1998 wurde er von einem Auto überfahren und lag sechs Wochen im Koma. Heute lebt er im DRK-Pflegeheim in Sindelfingen und sitzt im Rollstuhl. Seine Hände sind spastisch verrenkt. Sprechen macht ihm Mühe, manche Worte sind nur bei genauem Hinhören zu verstehen. Mit viel Mut und Kraft hat er mir von seinem Schicksal erzählt. (Stern 5/2014, Seite 79) Weiterlesen

Was macht eigentlich? Pfarrer Mignon

Pfarrer Alfred Mignon weiß sicherlich, dass ihn manche Leute für einen komischen Kauz halten. Weltfremd, irgendwie sonderbar beseelt, entrückt. Dazu ein Märchenonkel mit Rauschebart. Was soll man von einem Mann halten, der 125.000 Euro gewinnt – und verschenkt. Fröhlich jauchzend gewissermaßen.

Dort nämlich, bei Jauch, hat Mignon 2011 das Geld erspielt. Er handle jedoch lediglich als „Geldbote“, sagt der Gottesmann. Er sei nämlich mit dem einzigen Ziel bei „Wer wird Millionär“ angetreten, Geld für einen überschuldeten Freund zu ergattern.Mignon2Im aktuellen Stern (2/2014) beantwortet Alfred Mignon meine Fragen, was er denn eigentlich mache. Weiterlesen

Ich habe Crack geraucht

„Yes, I have smoked crack cocaine.“ Torontos Bürgermeister Rob Ford hat gestanden. Allerdings habe er „in one of my drunken stupors“ geraucht. Ford gibt den reuigen Sünder, den Suffkopf, der jedoch kein Süchtiger sei. „To the residents of Toronto, I know I have let you down and I can’t do anything else but apologize and apologize, and I’m so sorry,“ sagt er. Ein Geständnis nach sechs Monaten lügen und leugnen.pic Rob Ford und Crack

Endlich war ein 90 Sekunden lange iPhone-Video aufgetaucht, das Ford mit einem Crackpfeifchen zeigt. Außerdem lallt er in rassistische und schwulenfeindliche Sprüche. Vor Fords Geständnis hatte Polizeichef Bill Blair mitgeteilt, die Polizei sei im Besitz des Filmes. In Polizeiunterlagen wird detailliert dargestellt, wie Fords Freund, Gelegenheitsfahrer und mutmaßlicher Drogendealer Alexander Lisi versucht hat, das Video zu finden – um es verschwinden zu lassen. Auf Fotos ist zu sehen, wie Lisi seinem Boss Päckchen zusteckt. Weiterlesen

Eine Geiselnahme?

Bei einer Leiche hüte man sich davor, sich vorschnell festzulegen, auf welche Weise der Tod herbeigeführt wurde. War es Mord? Totschlag? Gefährliche Körperverletzung? Notwehr? Eine Tat, die völlig abwegig als  „erweiterter Suizid“ bezeichnet wird? Wurde jemand ermordet oder getötet oder kam schlicht ums Leben?

Bei einer Geiselnahme liegen die Dinge anders. Einfacher. Hier der Geiselnehmer, dort die Geisel (nicht Geiselgeber). In Freiburg freilich rätselten 400 Polizisten und der Staatsanwalt auch nach der Tat, was der Täter denn getan hat. Hat er Geiseln genommen. Weiterlesen

Journalistenpreis gewonnen

Zusammen mit einem Team vom Stern habe ich den Medienpreis der AachenMünchener gewonnen. Der Titel der ausgezeichneten Geschichte, die im Stern 39/2012 erschienen ist, lautete: „Die richtige Vorsorge-Strategie für jedes Alter“ Für den Report habe ich die Facharbeiterin Pia Gruschwitz interviewt. Ihre persönliche Vorsorge fürs Alter wurde zudem von einem Experten analysiert. Das Ergebnis: Ihr Rentenbedarf wäre nur zu 60 Prozent gedeckt. Die 28jährige muss etwas tun.

Preis AachenMünchener

(Quelle: Scan vom Stern)

Meine 10-Dollar-Zukunft

Die Zukunft. Was würde ich dafür geben, wüsste ich, wie sie aussieht. „Die Glaskugel ist natürlich am besten. Der Blick kostet 40 Dollar. Tarot-Karten legen 30 Dollar“, sagt Jenna. Für läppische 10 Dollar beim Palm Reading dürfe ich nicht zu viel Wahrheit erwarten. Da könne sie zwar in meine Zukunft sehen, nicht aber in die anderer Personen, (was freilich spannend wäre).DSC_9431

„Helps in all Problems“ (sic), „Psychic Reader and Advisor“, hat es mir an der Dufferin Street in bunt flimmernden Leuchtschrift zugerufen. Cristal balls, tarot cards, palm reading. „Walk right in“. Genau das brauche ich, so ratlos wie ich bin. Also saugt mich Jennas 10-Quadratmeter-Klause ein. Weiterlesen

„Weg mit dem Speck!“

So, freilich wenig originell, heißt die Titelgeschichte des aktuellen Stern. „Warum jeder vierte Deutsche krankhaft dick ist – und was man selbst gegen Übergewicht tun kann“, lautet die Unterzeile. Siehe da, Schuld am Dicksein sind Erziehung, Darmflora und die lieben, bösen Gene. 35 an der Zahl.

Für den Bericht habe ich mit Sylvia Kasten, 48, gesprochen. Sie wog 120 Kilo, jetzt sind es 70. Ihr Geheimnis: Eine Magenbypass-Operation.

Die Reportage ist in Stern 45/2012 ab Seite 70 erschienen.

Die Rente ist sicher?

„Die Rente ist sicher“, wiederholte einst Norbert Blüm (CDU) gebetsmühlenartig. Der musste es ja wissen, war er doch Sozialminister unter Kanzler Helmut Kohl (CDU). Schon damals waren Zweifel angebracht. Heute ist klar, dass die gesetzliche Rente zwar sicher ist, allerdings sicher zu wenig. Was tun?

„Mehr Geld im Alter“ titelt der STERN in seiner aktuellen Ausgabe. „Rente und private Vorsorge: die richtigen Strategien für 30- bis 60-Jährige“. An elf Beispielen dekliniert das Heft „Versorgungslücken“ durch, unter anderem für Pia Gruschwitz, die ich interviewt habe. Kernaussage der Titelgeschichte: Früher an später denken.

Aktualisierung:

Der Artikel wurde im September 2013 mit dem Medienpreis der AachenMünchener ausgezeichnet.