Manchmal ist die Größe doch wichtig

„Was ist denn jetzt los? Die Ziffern stehen Kopf! Ist das neuerdings so? “ „Sie halten Ihren Arm falsch“, sagt die nette Dame, die sich neben mich geschoben hat, und dreht mein Handgelenk zu meinem Körper hin. Tatsächlich, mit ein bisschen Hilfe kann ich die Armbahnuhr lesen: 13:53 steht auf der Digitalanzeige. Ich bin 43 Jahre alt und man muss mir helfen, die Zeit zu erfahren. So weit ist es gekommen.DSC_9656

Es ist Samstag, ich bin auf der „Internationalen Funkausstellung“ in Berlin. Das Messegelände unterm Funkturm ist so groß, dass Pendelbusse zwischen den Hallen fahren. Alle Großen der Unterhaltungsbranche sind hier. Nur ein Dickfisch fehlt, wie auf anderen Technikschauen: Apple. Die Firma hat’s offenbar – anders als Samsung – nicht nötig, ihre Nase zu zeigen. Weiterlesen

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Das Duell: Toronto oder Venice? Kanada oder Kalifornien?

Der Sand! Der macht den Unterschied. In Venice wird er von Salzwasser angelandet, in Toronto von Süßwasser. Überhaupt, der Salzgehalt der Luft. Riecht ganz anders. Die Muscheln, kein Vergleich. Die Amerikaner am Strand: besser gebaut, bräuner, surfbebretterter.DSC_5087

Das Geld: Dollar hier wie da, hier aber mit Queen. Die Sonnenuntergänge: Dort schon um Acht passé, hier erst nach Neun….

Lassen wir das endlich. Venice und der Anhang namens Los Angeles ist klasse, wovon ich mich einige Tage überzeugen durfte, und Toronto ist zauberhaft, was ich seit Wochen erlebe. (Diashow auf der nächsten Seite.) Weiterlesen

Kanada: Fast wären wir Papst

Weltberühmte Kanadier? Celine Dion und Bryan Adams, je nach Musikgeschmack sind die beiden vorzeigbar. Mit Justin Bieber ist das bereits schwieriger. Es gibt nicht zwischen verachten oder vergöttern. Doch zumindest vorübergend hatte ein alter Mann eine größere Internetgemeinde hinter sich als Bieber. Marc Ouellet. Fast wäre er Papst geworden.

03:19 Papssammelgeschichte

432 Einwohner hat das Dorf La Motte in Québec, aus dem Ouellet stammt. Alle Augen – zumindest alle kanadischen Augen – waren auf den Weiler gerichtet, als der neue Pontifex gewählt wurde. In Ort wurde sogar ein Schneemann im Kardinalsgewand gebaut. Seit es „Habemus papam“ hieß und Kanada weiter papstlos blieb, schmilzt er unbeachtet dahin. Weiterlesen

Auf den Straßen von Detroit

„Our journey is not complete until all our children, from the streets of Detroit (…), know that they are cared for, and cherished, and always safe from harm“, sagte US-Präsident Obama, als er seinen Amtseid schwor. Detroit als Ort, an dem Kinder nicht sorgenfrei aufwachsen.

Detroit gilt als eine der gefährlichsten Städte der USA. Hunderttausende sind weggezogen, ganze Wohnviertel verfallen. Doch es gibt sie, die Detroiter, die The D lieben. Und Besserung sehen. Wie Rodney, der Securitymann. Wie Christopher, der Landschaftsgärtner, weil er seinen Job verlor. Wie Joe, der Besucher durchs Ford-Museum führt. Und wie Kimberlia, die einst aus Kanada herzog, und die Stadt nicht verlassen will.IMG_4203

Die vier erzählen am Rande der Detroit Auto Show von ihrem Leben in der Stadt. Weiterlesen

Las Vegas, die Schöne, ein Drache und Lemmy

Was für eine Metzgerei. Körper werden zerfetzt, Monster zerreißen ihre Gesichter, Blut spritzt in Mengen. Splatter pur. Es bleibt keine Netzhaut trocken. Blut, Blut, Geifer und Ekel. Und mittendrin hockt der SnapDragon, der neueste Chip von Qualcomm (oder besser Qual Komm!) und macht auf liebes Ungeheuer, das statt Feuer Herzchen ins Smartphones bläst.LAS Vegas CES Frai im Spiegel schräg

Firmenchef Paul Jacobs hat eigens Regisseur Guillermo del Toro zur US-Messe für Unterhaltungselektronik CES nach Las Vegas eingeladen, ein ausgewiesener Spezialist für’s Actionkino. Der jubelt über die Leinwandqualität, die der Chip auf heimische Bildschirme zaubert, und belegt das mit oben beschriebener Szene aus „Pacific Rim“. Jaja, die Zukunft gehöre Ultra-HD. Eine nicht minder gute Show bietet der Qual-Drache beim neuesten Star Trek namens „Into darkness“. (Fotos von der CES finden Sie hier.) Weiterlesen

Lebensretter, weil er nicht auf Warnungen hörte

Bei einem Feuer sind in Titisee-Neustadt 14 Männer und Frauen ums Leben gekommen. Sie sind gestorben, als es in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung brannte. Die Todesopfer hatten keine Überlebenschance. Sie erstickten im Rauchgas. Nur wenige Atemzüge genügen, und Kohlenmonoxid führt zu Bewußtlosigkeit, dann zum Tod. Doch aus dem Raum, in dem sie starben, konnten sich drei Menschen durch ein Fenster retten. Die Betreuerin, die in den Flammen umkam, hatte sich bereits in Sicherheit gebracht, lief jedoch zurück.

Während der Recherche sind meine Kollegin Ingrid Eißele und ich auf Nicolas K. gestoßen, der zum Lebensretter wurde. Er hat nicht auf die Warnung seiner Schwiegermutter gehört: „Geh da nicht hin!“ Er hat geholfen. „Ich konnte nicht anders.“ Weiterlesen

Bus, Bike, Boat – und London Eye

Ein Reporter, der sich mit Mobilität beschäftigt, findet in London Themen über Themen. Zwei Tage genügen, um fünf Geschichten zu schreiben – ohne Recherche und Planung daheim. So haben die Londoner ihre Routemaster wieder, jene Doppeldecker mit Plattform am Heck, auf die man aufspringen kann. Allerdings fahren nur wenige auf der Linie 38. Man muss lange warten, um einen zu erwischen.

Man kann sich ein Fahrrad leihen und im Linksverkehr mitschwimmen. Über den Trafalgar Square, an Buckingham Palace und Big Ben vorbei, unter dem London Eye hindurch, die Themse entlang bis zur Tower Bridge. Man kann mit dem Linienboot den Fluss hinunter fahren (wobei das nicht sonderlich spannend ist). Weiterlesen

Elektroautos: Und niemand fährt sie

Das Ziel ist kühn. Bis 2020 sollen eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straße rollen. Derzeit sind es ein paar Tausend. Kein Wunder, dass es kaum Ladestationen gibt. Wo keine E-Autos, da keine E-Tanke, da keine E-Autos. Dabei soll Elekromobilität helfen, den CO2-Ausstoß aus dem Verkehr zu senken. Autos, Laster und Busse sind immerhin für rund 13 Prozent klimaschädlicher Gase verantwortlich.

Der Mangel an Ladestationen ist es nicht allein, der Kunden davor zurückschrecken lässt, ein Elektrofahrzeug zu kaufen. Die Autos sind einfach zu teuer. Die Reichweite der Wagen ist zu gering. Der Nutzen für das Klima zweifelhaft. Weiterlesen

Mondial de l’automobile Paris

Zwei Tage lang war ich in Paris auf der Automesse Mondial de l’automobile. Zur Probe bin ich in Autos von Ferrari, Jaguar, Mercedes AMG, Porsche, Bentley, Rolls Royce gesessen. Ich habe zugehört, wie Daimler-Chef Zetsche seine Arbeit gepriesen hat, habe mir Weltneuheiten und Conzeptcars angeschaut und mich gefragt, warum manche Autos das Energiesiegel G tragen. Zum Vergleich: Kühlschränke, die schlechter als A++ sind, sollte man nicht kaufen.

All das habe ich als Journalist getan, der sein zehn Jahre altes Auto ausschließlich dazu benutzt, um von A nach B zu kommen. Veröffentlicht wurden die Texte bei techfieber.de/motor.

In Paris sind auch einige Fotos entstanden, die ebenfalls im Blog zu sehen sind.

Klimaretter.info

Fragen rund ums Klima und die Energiewende werden immer wichtiger. Zugleich wird Internet-Journalismus immer bedeutender. Zwei Zukunftstrends. Um zu sehen, wie sich beide Entwicklungen verknüpfen lassen, habe ich fünf Tage beim Internet-Magazin klimaretter.info in Berlin gearbeitet.

Während meines Besuches in der Redaktion habe ich mich mit Protest gegen den Braunkohletagebau Welzow und Kernenergie in Finnland befasst, über Fracking bei der Erdgasgewinnung und der Förderung der EU-Kommission für Biotreibstoff geschrieben.

Die Artikel sind hier online zu finden:

Der Text über den Tagebau Welzow wurde in der Tageszeitung taz veröffentlicht.