Der Kampf der Bauern in Peru: „Hier war mein Wald“

„In Peru ist ein Kampf um Land entbrannt. Großunternehmen holzen in Amazonien Regenwald ab, um Plantagen für Ölpalmen und Kakao anzulegen. Kleinbauern und Umweltschützer wehren sich.

Der peruanische Bauer Emerson zeigt, wo einst sein Wald stand

Als der Bauer Ahu Gremish Yumbato aus dem dichten Wald tritt, dösen die drei Wachen. Sie schützen ein Werk der Zerstörung. Mächtige Baumstämme türmen sich auf, als hätte ein Orkan sie umhergewirbelt. Sie sind zersplittert, umgeknickt, abgesägt, mit Bulldozern zusammengeschoben. Der Boden ist aufgewühlt von den schweren Maschinen. Holzfäller – 600 sollen es sein – haben ganze Arbeit geleistet. Unvorstellbar, dass hier vor wenigen Wochen noch üppiger, grüner Regenwald stand“, so beginnt meine Reportage aus Peru im neuen Regenwald Report. Weiterlesen

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Der Staatsanwalt und die Rebellenführer

Die Situation ist grotesk. In einem Gerichtssaal in Stuttgart sitzen sechs Richter, zwei Staatsanwälte, vier Verteidiger und zwei Angeklagte. Der Zeuge sitzt in Kigali, Ruanda, im Herzen Afrikas. Theogewe N., ein schmächtige Mann, war Funker der Rebellenarmee FDLR, die im Grenzland zwischen Ruanda und dem Kongo marodierte. Ein einfacher Soldat, durch dessen Hand jedoch Befehle von höchster Ebene gingen. Jetzt sagt er gegen die Befehlshaber von damals aus: Ignace Murwanashyaka und Straton Musoni. Die Bundesanwaltschaft klagt sie wegen Kriegsverbrechen an.Ruanda Schädel

Für die Stuttgarter und Badische Zeitung habe ich eine Zwischenbilanz nach mehr als 200 Prozesstagen geschrieben. Der Text wurde vom Journalismusportal reportagen.fm zu den drei lesenswertesten Geschichten der Woche gekürt. Weiterlesen

Tage im Koma

Der Stern beschäftigt sich erneut mit dem Thema Schädelverletzungen. „Tage im Koma“ ist der Artikel überschrieben. Sechs Männer und Frauen berichten, wie sie es erlebt haben, aus dem Koma aufzuwachen, und wie sie sich ins Leben zurückgekämpft haben.

Hanno Wellmann (39) ist einer von ihnen. 1998 wurde er von einem Auto überfahren und lag sechs Wochen im Koma. Heute lebt er im DRK-Pflegeheim in Sindelfingen und sitzt im Rollstuhl. Seine Hände sind spastisch verrenkt. Sprechen macht ihm Mühe, manche Worte sind nur bei genauem Hinhören zu verstehen. Mit viel Mut und Kraft hat er mir von seinem Schicksal erzählt. (Stern 5/2014, Seite 79) Weiterlesen

Was macht eigentlich? Pfarrer Mignon

Pfarrer Alfred Mignon weiß sicherlich, dass ihn manche Leute für einen komischen Kauz halten. Weltfremd, irgendwie sonderbar beseelt, entrückt. Dazu ein Märchenonkel mit Rauschebart. Was soll man von einem Mann halten, der 125.000 Euro gewinnt – und verschenkt. Fröhlich jauchzend gewissermaßen.

Dort nämlich, bei Jauch, hat Mignon 2011 das Geld erspielt. Er handle jedoch lediglich als „Geldbote“, sagt der Gottesmann. Er sei nämlich mit dem einzigen Ziel bei „Wer wird Millionär“ angetreten, Geld für einen überschuldeten Freund zu ergattern.Mignon2Im aktuellen Stern (2/2014) beantwortet Alfred Mignon meine Fragen, was er denn eigentlich mache. Weiterlesen

Journalistenpreis gewonnen

Zusammen mit einem Team vom Stern habe ich den Medienpreis der AachenMünchener gewonnen. Der Titel der ausgezeichneten Geschichte, die im Stern 39/2012 erschienen ist, lautete: „Die richtige Vorsorge-Strategie für jedes Alter“ Für den Report habe ich die Facharbeiterin Pia Gruschwitz interviewt. Ihre persönliche Vorsorge fürs Alter wurde zudem von einem Experten analysiert. Das Ergebnis: Ihr Rentenbedarf wäre nur zu 60 Prozent gedeckt. Die 28jährige muss etwas tun.

Preis AachenMünchener

(Quelle: Scan vom Stern)

Toronto: Die Stadt, der Bürgermeister und die Crack-Pfeife (UPDATE)

Toronto ist eine saubere Stadt. Clean gewissermaßen. Drogen? Nicht der Rede wert. Gibt es kaum. Aus Komikersicht könnte es an ihm liegen, an Bürgermeister Rob Ford. „He’s cleaning up the city by smoking all the crack in it.“pic Rob Ford und Crack

Und das mit einer einzigen Crackpfeife. Gemein, so etwas zu behaupten, nur weil Ford in einem Video an einer Glaspfeife nuckelt, rotgesichtig lallt und „fucking“ sagt. Überhaupt, wer ist denn vertrauendwürdiger: Ford oder die somalischen Drogendealer, die nicht nur Crack anbieten – sondern auch das Video. Kostenpunkt 200.000 Dollar. Weiterlesen

Kanada: Fast wären wir Papst

Weltberühmte Kanadier? Celine Dion und Bryan Adams, je nach Musikgeschmack sind die beiden vorzeigbar. Mit Justin Bieber ist das bereits schwieriger. Es gibt nicht zwischen verachten oder vergöttern. Doch zumindest vorübergend hatte ein alter Mann eine größere Internetgemeinde hinter sich als Bieber. Marc Ouellet. Fast wäre er Papst geworden.

03:19 Papssammelgeschichte

432 Einwohner hat das Dorf La Motte in Québec, aus dem Ouellet stammt. Alle Augen – zumindest alle kanadischen Augen – waren auf den Weiler gerichtet, als der neue Pontifex gewählt wurde. In Ort wurde sogar ein Schneemann im Kardinalsgewand gebaut. Seit es „Habemus papam“ hieß und Kanada weiter papstlos blieb, schmilzt er unbeachtet dahin. Weiterlesen

Auf den Straßen von Detroit

„Our journey is not complete until all our children, from the streets of Detroit (…), know that they are cared for, and cherished, and always safe from harm“, sagte US-Präsident Obama, als er seinen Amtseid schwor. Detroit als Ort, an dem Kinder nicht sorgenfrei aufwachsen.

Detroit gilt als eine der gefährlichsten Städte der USA. Hunderttausende sind weggezogen, ganze Wohnviertel verfallen. Doch es gibt sie, die Detroiter, die The D lieben. Und Besserung sehen. Wie Rodney, der Securitymann. Wie Christopher, der Landschaftsgärtner, weil er seinen Job verlor. Wie Joe, der Besucher durchs Ford-Museum führt. Und wie Kimberlia, die einst aus Kanada herzog, und die Stadt nicht verlassen will.IMG_4203

Die vier erzählen am Rande der Detroit Auto Show von ihrem Leben in der Stadt. Weiterlesen

People auf der IFA

Die neuesten Smartphones, die größten und schärfsten Fernseher, smarte Küchengeräte, das alles gibt es auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin zu sehen. Vier Tage war ich dort, allerdings habe ich mich nur am Rande mit den Weltneuheiten und Prahlereien beschäftigt.

Für den Blog techfieber habe ich zusammen mit Fotograf Eric Vazzoler  an einer People-Serie gearbeitet. Wir haben rund zwanzig Kurzinterviews mit Menschen geführt, die eine Messe ausmachen: Hostessen, Experten, Besucher.

Die People-Stücke sind hier online zu finden:

Zum Abschluss der IFA waren wir doch noch auf einer Weltpremiere. Der angeschlagene Riese Nokia hat sein neues Smartphone präsentiert. Hip in einer Berliner Hinterhof-Location. New York is calling, hieß es dann. Weiterlesen

Alles auf Abflug

Im Magazin „Impulse“ ist meine Geschichte über den Unternehmer Markus Kopf erschienen. Kopf ist Eigentümer eines Provinz-Flughafens. Als die Austrian Airlines eine von vier Verbindungen pro Tag nach Wien streicht, gründet Kopf seine eigene Linie. Die People´s Viennaline soll den großen Konkurrenten in die Knie zwingen.

„Stimmt, sein Flughafen ist nicht groß. Aber dass Austrian Airlines dort jetzt seltener landet, will Markus Kopf nicht kampflos hinnehmen“, so beginnt der Text in „Impuse“.

Die Reportage ist jetzt auch online.