Auf nach Kanada!

Unendliche Wälder, tausende Seen, Berge, zwei Ozeane, die Arktis, (die USA als Nachbar) – Kanada ist ein Land der Extreme, für Viele ein Sehnsuchtsort. In Kanada sind Medikamente billig und Therapeuten günstig, ist die Gesellschaft geprägt von Einwanderern und First Nations, sind die Menschen so freundlich, dass sich flüchtende Bankräuber entschuldigen, wenn sie Passanten anrempeln.

Kanada ist das Land des Ahornsirups – und der Ölsande. Das Land der grünen Wälder – und der Energieverschwendung. Das Land von Multikultur – und ausgegrenzter First Nations und Inuit. Kanada ist ein faszinierendes Land, aus dem ich für ein halbes Jahr berichten werde.Montreal Mänchen am Fenster

Ich werde zu den Karibu-Herden Labradors reisen, die in beängstigem Tempo schwinden.  Mohawk-Indianer will ich begleiten, die in New York als Skywalker legendär sind und in Reservaten an der us-kanadischen Grenze leben. Weiterlesen

Auf den Straßen von Detroit

„Our journey is not complete until all our children, from the streets of Detroit (…), know that they are cared for, and cherished, and always safe from harm“, sagte US-Präsident Obama, als er seinen Amtseid schwor. Detroit als Ort, an dem Kinder nicht sorgenfrei aufwachsen.

Detroit gilt als eine der gefährlichsten Städte der USA. Hunderttausende sind weggezogen, ganze Wohnviertel verfallen. Doch es gibt sie, die Detroiter, die The D lieben. Und Besserung sehen. Wie Rodney, der Securitymann. Wie Christopher, der Landschaftsgärtner, weil er seinen Job verlor. Wie Joe, der Besucher durchs Ford-Museum führt. Und wie Kimberlia, die einst aus Kanada herzog, und die Stadt nicht verlassen will.IMG_4203

Die vier erzählen am Rande der Detroit Auto Show von ihrem Leben in der Stadt. Weiterlesen

Las Vegas, die Schöne, ein Drache und Lemmy

Was für eine Metzgerei. Körper werden zerfetzt, Monster zerreißen ihre Gesichter, Blut spritzt in Mengen. Splatter pur. Es bleibt keine Netzhaut trocken. Blut, Blut, Geifer und Ekel. Und mittendrin hockt der SnapDragon, der neueste Chip von Qualcomm (oder besser Qual Komm!) und macht auf liebes Ungeheuer, das statt Feuer Herzchen ins Smartphones bläst.LAS Vegas CES Frai im Spiegel schräg

Firmenchef Paul Jacobs hat eigens Regisseur Guillermo del Toro zur US-Messe für Unterhaltungselektronik CES nach Las Vegas eingeladen, ein ausgewiesener Spezialist für’s Actionkino. Der jubelt über die Leinwandqualität, die der Chip auf heimische Bildschirme zaubert, und belegt das mit oben beschriebener Szene aus „Pacific Rim“. Jaja, die Zukunft gehöre Ultra-HD. Eine nicht minder gute Show bietet der Qual-Drache beim neuesten Star Trek namens „Into darkness“. (Fotos von der CES finden Sie hier.) Weiterlesen

Die Havarie der Costa Concordia

Als das Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ am 13. Januar 2012 kenterte, glaubte Ute Kaufmann*, sie müsse sterben. Sie schickte ihrer Schwester eine letzte SMS: „Haben SOS. Sag den Kindern, ich habe sie lieb.“ Dann sprang sie mit ihrem Lebensgefährten ins Wasser. Die beiden wussten nicht, dass rettendes Land so nah war und schwammen um ihr Leben. 32 Menschen ertranken bei der Katastrophe vor der Küste Italiens.Costa Concordia 2

Mein Kollege Kuno Kruse hat im Stern eine Chronologie veröffentlicht, für die ich die Erlebnisse von fünf Überlebenden recherchiert habe. Ute Kaufmanns Schicksal wird in der Reportage nicht beschrieben, deshalb können Sie hier das Protokoll der Frau lesen, die bereits mit dem Leben abgeschlossen hatte. Weiterlesen

Lebensretter, weil er nicht auf Warnungen hörte

Bei einem Feuer sind in Titisee-Neustadt 14 Männer und Frauen ums Leben gekommen. Sie sind gestorben, als es in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung brannte. Die Todesopfer hatten keine Überlebenschance. Sie erstickten im Rauchgas. Nur wenige Atemzüge genügen, und Kohlenmonoxid führt zu Bewußtlosigkeit, dann zum Tod. Doch aus dem Raum, in dem sie starben, konnten sich drei Menschen durch ein Fenster retten. Die Betreuerin, die in den Flammen umkam, hatte sich bereits in Sicherheit gebracht, lief jedoch zurück.

Während der Recherche sind meine Kollegin Ingrid Eißele und ich auf Nicolas K. gestoßen, der zum Lebensretter wurde. Er hat nicht auf die Warnung seiner Schwiegermutter gehört: „Geh da nicht hin!“ Er hat geholfen. „Ich konnte nicht anders.“ Weiterlesen

Bus, Bike, Boat – und London Eye

Ein Reporter, der sich mit Mobilität beschäftigt, findet in London Themen über Themen. Zwei Tage genügen, um fünf Geschichten zu schreiben – ohne Recherche und Planung daheim. So haben die Londoner ihre Routemaster wieder, jene Doppeldecker mit Plattform am Heck, auf die man aufspringen kann. Allerdings fahren nur wenige auf der Linie 38. Man muss lange warten, um einen zu erwischen.

Man kann sich ein Fahrrad leihen und im Linksverkehr mitschwimmen. Über den Trafalgar Square, an Buckingham Palace und Big Ben vorbei, unter dem London Eye hindurch, die Themse entlang bis zur Tower Bridge. Man kann mit dem Linienboot den Fluss hinunter fahren (wobei das nicht sonderlich spannend ist). Weiterlesen

„Weg mit dem Speck!“

So, freilich wenig originell, heißt die Titelgeschichte des aktuellen Stern. „Warum jeder vierte Deutsche krankhaft dick ist – und was man selbst gegen Übergewicht tun kann“, lautet die Unterzeile. Siehe da, Schuld am Dicksein sind Erziehung, Darmflora und die lieben, bösen Gene. 35 an der Zahl.

Für den Bericht habe ich mit Sylvia Kasten, 48, gesprochen. Sie wog 120 Kilo, jetzt sind es 70. Ihr Geheimnis: Eine Magenbypass-Operation.

Die Reportage ist in Stern 45/2012 ab Seite 70 erschienen.

Was Ärzte wirklich verdienen

„Und warum viele unzufrieden sind.“ Dieser Frage widmet sich der STERN in seiner Ausgabe 41 vom 4.10.

Dr. Ulrich Schmidt-Riese ist einer von ihnen. Sein Einkommen kann sich sehen lassen. Er verdient 12.500 Euro brutto im Monat, damit kommt der Mann hin. Das sagt er auch. Allerdings arbeite er für zwei. 80 Stunden sind es in der Woche. Das ärgert ihn. Doch Schmidt-Riese liebt seinen Beruf als Kinderarzt. „Wenn ein Kind gesund wird, ist das toll“, sagt er. Kinderarzt ist er geworden, weil er „am Anfang des Lebens arbeiten möchte und nicht am Ende“.

Schmidt-Riese ist einer von zehn Medizinern, die mit dem STERN über ihr Einkommen und ihre Zufriedenheit im Job gesprochen haben. Die Interviews mit einem Radiologen und einem Urologen wurden aus Platzgründen leider nicht veröffentlicht.

Mondial de l’automobile Paris

Zwei Tage lang war ich in Paris auf der Automesse Mondial de l’automobile. Zur Probe bin ich in Autos von Ferrari, Jaguar, Mercedes AMG, Porsche, Bentley, Rolls Royce gesessen. Ich habe zugehört, wie Daimler-Chef Zetsche seine Arbeit gepriesen hat, habe mir Weltneuheiten und Conzeptcars angeschaut und mich gefragt, warum manche Autos das Energiesiegel G tragen. Zum Vergleich: Kühlschränke, die schlechter als A++ sind, sollte man nicht kaufen.

All das habe ich als Journalist getan, der sein zehn Jahre altes Auto ausschließlich dazu benutzt, um von A nach B zu kommen. Veröffentlicht wurden die Texte bei techfieber.de/motor.

In Paris sind auch einige Fotos entstanden, die ebenfalls im Blog zu sehen sind.

Die Rente ist sicher?

„Die Rente ist sicher“, wiederholte einst Norbert Blüm (CDU) gebetsmühlenartig. Der musste es ja wissen, war er doch Sozialminister unter Kanzler Helmut Kohl (CDU). Schon damals waren Zweifel angebracht. Heute ist klar, dass die gesetzliche Rente zwar sicher ist, allerdings sicher zu wenig. Was tun?

„Mehr Geld im Alter“ titelt der STERN in seiner aktuellen Ausgabe. „Rente und private Vorsorge: die richtigen Strategien für 30- bis 60-Jährige“. An elf Beispielen dekliniert das Heft „Versorgungslücken“ durch, unter anderem für Pia Gruschwitz, die ich interviewt habe. Kernaussage der Titelgeschichte: Früher an später denken.

Aktualisierung:

Der Artikel wurde im September 2013 mit dem Medienpreis der AachenMünchener ausgezeichnet.