Eine Geiselnahme?

Bei einer Leiche hüte man sich davor, sich vorschnell festzulegen, auf welche Weise der Tod herbeigeführt wurde. War es Mord? Totschlag? Gefährliche Körperverletzung? Notwehr? Eine Tat, die völlig abwegig als  „erweiterter Suizid“ bezeichnet wird? Wurde jemand ermordet oder getötet oder kam schlicht ums Leben?

Bei einer Geiselnahme liegen die Dinge anders. Einfacher. Hier der Geiselnehmer, dort die Geisel (nicht Geiselgeber). In Freiburg freilich rätselten 400 Polizisten und der Staatsanwalt auch nach der Tat, was der Täter denn getan hat. Hat er Geiseln genommen. Weiterlesen

Journalistenpreis gewonnen

Zusammen mit einem Team vom Stern habe ich den Medienpreis der AachenMünchener gewonnen. Der Titel der ausgezeichneten Geschichte, die im Stern 39/2012 erschienen ist, lautete: „Die richtige Vorsorge-Strategie für jedes Alter“ Für den Report habe ich die Facharbeiterin Pia Gruschwitz interviewt. Ihre persönliche Vorsorge fürs Alter wurde zudem von einem Experten analysiert. Das Ergebnis: Ihr Rentenbedarf wäre nur zu 60 Prozent gedeckt. Die 28jährige muss etwas tun.

Preis AachenMünchener

(Quelle: Scan vom Stern)

Manchmal ist die Größe doch wichtig

„Was ist denn jetzt los? Die Ziffern stehen Kopf! Ist das neuerdings so? “ „Sie halten Ihren Arm falsch“, sagt die nette Dame, die sich neben mich geschoben hat, und dreht mein Handgelenk zu meinem Körper hin. Tatsächlich, mit ein bisschen Hilfe kann ich die Armbahnuhr lesen: 13:53 steht auf der Digitalanzeige. Ich bin 43 Jahre alt und man muss mir helfen, die Zeit zu erfahren. So weit ist es gekommen.DSC_9656

Es ist Samstag, ich bin auf der „Internationalen Funkausstellung“ in Berlin. Das Messegelände unterm Funkturm ist so groß, dass Pendelbusse zwischen den Hallen fahren. Alle Großen der Unterhaltungsbranche sind hier. Nur ein Dickfisch fehlt, wie auf anderen Technikschauen: Apple. Die Firma hat’s offenbar – anders als Samsung – nicht nötig, ihre Nase zu zeigen. Weiterlesen

Fahrspaß trotz Stecker?

Es gibt Autobauer, die lassen es so richtig krachen. Bughatti ist so ein Kandidat. 1200 PS wurden in den Veyron gepackt und das Ding geht ab: Null auf Hundert in 2,6 Sekunden, null auf Dreihundert in 16. Topspeed: 410.  Bughatti laviert nicht. Bughatti sucht nach keinem Öko-Männtelchen. Bughatti steht für Exzess – und will es auch.DSC_9891

Aston Martin macht es genauso, nur ein weniger dezenter. 517  PS genügen beim CC100 für 306 Km/ha. Auch hier bürgt der Name für Sprit verschlingende Raserei. Weiterlesen

Salgados romantische Genesis

Sebastiao Salgado ist einer der bedeutendsten Fotojournalisten und hat sich vorwiegend sozialen Themen gewidmet. Er berichtete über Goldsucher in Amazonien, über die Bewegung der Landlosen in Brasilien, über die Gräuel von Ruanda.DSC_9346

Seit einigen Jahren fotografiert Salgado Tiere, Landschaften und Indianer. Entstanden sind wunderbare Schwarzweißfotos, die betören. Weiterlesen

Ai Weiwei auf Besuch in Toronto

Ai Weiwei ist doch der, der eine Ming-Vase fallen ließ? Das ist schon richtig. Und der eingesperrt wurde, weil er angeblich Steuern nicht bezahlt hat? Der sich selbst fotografiert hat, nachdem Polizisten ihn verprügelt hatten? Alles richtig.DSC_9240

Doch Ai Weiwei ist in meinen Augen vor allem der, der bedrückend und eindrücklich an die mehr als 5.000 Kinder erinnert, die beim Erdbeben 2008 in China starben, weil schlecht gebaute Schulgebäude einstürzten. Weiterlesen

Meine 10-Dollar-Zukunft

Die Zukunft. Was würde ich dafür geben, wüsste ich, wie sie aussieht. „Die Glaskugel ist natürlich am besten. Der Blick kostet 40 Dollar. Tarot-Karten legen 30 Dollar“, sagt Jenna. Für läppische 10 Dollar beim Palm Reading dürfe ich nicht zu viel Wahrheit erwarten. Da könne sie zwar in meine Zukunft sehen, nicht aber in die anderer Personen, (was freilich spannend wäre).DSC_9431

„Helps in all Problems“ (sic), „Psychic Reader and Advisor“, hat es mir an der Dufferin Street in bunt flimmernden Leuchtschrift zugerufen. Cristal balls, tarot cards, palm reading. „Walk right in“. Genau das brauche ich, so ratlos wie ich bin. Also saugt mich Jennas 10-Quadratmeter-Klause ein. Weiterlesen

Bauboom in der Höhe: Brüder, zur Sonne

Toronto strebt nach Höherem. Die Stadt will hoch hinaus. Jeder, der kann, reckt sich gen Himmel. Nirgends in Nordamerika drehen sich mehr Baukräne als hier, sagt ein Reiseführer. Freilich sind diese nicht die zuverlässigste Informationsquelle, wir nehmen die Tatsache leichter Hand als Fakt und legen die Köpfe in den Nacken. DSC_7952

Wohnturm um Wohnturm wächst in Toronto empor. Bevorzug freilich dort, wo der See nicht weit ist und der Blick vordergründig unverbaubar ist. Stahl, Glas, Beton und Beton, Glas und Stahl. Weiterlesen

Plötzlich NY? Klappe, wir drehen!

Ich bin dann mal kurz weg. In New York City. Das ist gar nicht weit. Ich radele lediglich die Yonge Street ein paar Blocks nach Süden, schon bin ich dort. Gelbe Taxis im Straßenbild. „US today“, „New York Times“ und „US Herald“ sind druckfrisch zu haben, der „Toronto Star“ nicht. Irgendwas stimmt nicht. Warum tragen Polizisten kanadische Uniformen? Ein halbseidener Traum, eine Sehnsucht nach Big Apple?DSC_8900

Ich will heute überhaupt nicht nach NYC, ich bin vielmehr aus Versehen hier gelandet. Ich bin mitten in Dreharbeiten zur US-TV-Serie „Suits“ gestolpert. „Geh aus dem Bild!“, werde ich prompt angeblafft. Klappe. Weiterlesen

Melancholie auf Torontos Islands

Die Torontonians lieben ihre Islands. Mugg’s und Algonquin, South und Forestry, Ward’s und Centre Island, Snake und Olympic, sie alle werden geherzt. Tausende Stadtmenschen schaukeln an warmen Sommertagen auf Fähren hinüber. Kinder fahren in „Centreville“ Karussell, Freizügige lassen hinterm Gibraltar Point die Hüllen fallen, weil dort der Badeanzug nur „optional“ zu tragen ist.Toronto Islands Lifeguard

Doch bei all der bunten Sommerfrische bergen die Inseln Melancholie. Zumindest kann man sie einfangen, beobachtet man gelangweilte Lifeguards, die dem Feierabend um 6.30 pm entgegenfiebern. Weiterlesen