Wird’s dunkel, hat der Zug Toronto erreicht

Unter  Gegnern von Stuttgarts unterirdischem Bahnhof macht dieser Witz die Runde: „Papa, sind wir schon in Stuttgart?“ „Nein. Frag’ doch nicht in jedem Tunnel!“ Abgesehen davon, dass es auf den Bahnstrecken zwischen Quebec City, Montreal und Toronto keine Tunnel gibt, ist ein solches Vater-Sohn-Gespräch auch in Kanada denkbar. Wird es am helllichten Tage dunkel, liegt das mit hoher Wahrscheinlichkeit daran, dass der Zug im Bahnhof der drei Städte eingefahren ist.DSC_6403Foto: Gut zu erkennen: Quebec City

In Quebec ist der Bahnhof ein durchaus ansprechendes Gebäude. Ein weiteres Plus ist, dass Überlandbusse exakt am selben Platz halten, was nebenbei bemerkt in Montreal und Toronto gänzlich anders ist. Doch, oh Wunder, Reisende werden ins Halbdunkel geschickt, wo sie Gleise und Bahnsteige finden. Der obige Fotobeweis Nummer Eins belegt dies. Weiterlesen

„The war on cars is over!“

Es scheint in der Natur von Buben zu stecken, mit Baggern zu spielen. Im Sandkasten überlassen sie Förmchen den Mädchen. Als Erwachsene den Hasenfüßen, Zauderern, zart Besaiteten. Echte Kerle baggern. Echte Kerle wie Rob Ford, Torontos stiernäckiger Bürgermeister. Er darf  die Erde der Stadt aufbrechen, Gräben ziehen – und eine U-Bahn bauen.DSC_3572

Mit dem Versprechen, Schienen in den Untergrund zu treiben, hat er Herz und Wählerhand viele Vorortbewohner gewonnen, Angehörige der „Ford-Nation“. Er hat menschliche Gräben gezogen, die Fordianer abgegrenzt von diesen radfahrenden Kreativen, den Innenstadtmenschen, deren Handys klingeln, wählt man die 416. Seine Fans sind die 905er. Ford hat die Stadt gespalten – auch über die Frage der U-Bahn. Weiterlesen

Fluss oder Fjord? Rätsel am Sankt-Lorenz-Strom

40 km bin ich in meinem gesamten Leben noch nicht geschwommen. In jedem Jahr knapp 1.000 Meter? Niemals. Von einer Flussüberquerung sollte ich hier folglich Abstand nehmen.DSC_580940 km ist der Sankt-Lorenz-Strom im verschlafenen Nest Baie-des-Sables breit. Das gegenüberliegende Ufer ist nur bei bester Sicht auszumachen. Weiterlesen

EdgeWalk: Toronto am Abgrund

Meine Mama hat häufig gewarnt: „Du gehst am Rande einer Backpfeife spazieren.“ Soetwas hinterlässt bei einem Knaben tiefe Wunden. Jahrelang habe ich darunter gelitten und Spaziergänge gemieden. Ich bin gewalkt und gewandert, gehastet, geilt und geschlendert, auch geschlichen und stolziert. Jetzt habe ich das Spaziergangs-Trauma überwunden und das Gehen am Rande mittels Konfrontationstherapie besiegt.EdgeWalk pic für blog

30 Minuten EdgeWalk auf dem CN Tower in Toronto, und ich war geheilt. Dafür hat mich ein Virus infiziert: Ich will wieder rauf! Weiterlesen

Kanada: Welche Minderheit passt zu mir?

Wer ist Kanadier? Diese Frage beschäftigt die Menschen. „Kanadier ist, wer in einem Kanu Sex haben kann.“ Diesen Test haben sich die wenigsten unterzogen. Und zwar nicht aus Mangel an Booten oder Seen. Eine beliebte Selbst- und Fremdbeschreibung ist: „Wir sind nicht die USA. Wir sind nett.“Toronto Vier von Thompson Park

Während die Bürger der USA patriotisch Fahnen schwenken, ihre Hymne singen, dabei ihr über die Schulter hängendes Sturmgewehr beiseite schieben, ihre Hand aufs Herz legen, und stolz den Adler im Wappen tragen, ringen Kanadier mit sich. Als Zeichen ihrer Nettigkeit haben sie in die Landesflagge ein Blatt gezeichnet und den friedlichen Bieber als Staatstier auserkoren. Weiterlesen

Toronto: Die Stadt, der Bürgermeister und die Crack-Pfeife (UPDATE)

Toronto ist eine saubere Stadt. Clean gewissermaßen. Drogen? Nicht der Rede wert. Gibt es kaum. Aus Komikersicht könnte es an ihm liegen, an Bürgermeister Rob Ford. „He’s cleaning up the city by smoking all the crack in it.“pic Rob Ford und Crack

Und das mit einer einzigen Crackpfeife. Gemein, so etwas zu behaupten, nur weil Ford in einem Video an einer Glaspfeife nuckelt, rotgesichtig lallt und „fucking“ sagt. Überhaupt, wer ist denn vertrauendwürdiger: Ford oder die somalischen Drogendealer, die nicht nur Crack anbieten – sondern auch das Video. Kostenpunkt 200.000 Dollar. Weiterlesen

„Heartbroken Nation“ – Bruins vermöbeln Maple Leafs

Hier sollte von einem Frühlingsmärchen erzählt werden. Fotos sollten vor Freude taumelnde Menschen zeigen. Die Toronto Maple Leafs sollten die Bruins aus Boston vermöbelt haben. Der Underdog den Champion. „Go, Leafs, go!“
Heartbrocken Nation

4:1 haben die Leafs geführt. Uneinholbar, so schien es – bis elfeinhalb Minuten vor Abpfiff. Sie haben’s versiebt. Weiterlesen

Kanada: Ahornsirup-Ernte ist eingefahren

Der Winter ist vorüber, es herrscht kein Nachtfrost mehr – die Ahornbäume brauchen jetzt Saft und Kraft, um zu knospen. Die Ernte für Ahornsirup ist somit eingefahren.

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Ich habe nicht gezählt, wie oft ich den süßen Saft probiert habe, pur wie er aus dem Baum tropfte. Wie oft ich mit einer Tasse aus der Pfanne geschlotzt habe, in der der Saft zu Sirup einkochte. Und wie oft ich „Oh my god! Is that good“ geseufzt habe, wenn ich abends probieren durfte, wie der Sirup des Tages schmeckt. Weiterlesen

Schlaflos in Albany

Der Weg war nicht einfach, doch ich habe ihn gefunden. Den Weg mit dem Bus von New York nach Montreal. Im Grund ist das ja auch eine simple Sache. Einsteigen. Der Busfahrer kennt den Weg. Die Hürde ist diese: Wo ist der Bus? Und warum muss ich mitten in der nacht in Albany aussteigen? Die Abenteuer eines Busreisenden auf techfieber.de.IMG_2275

Vor die Rückfahrt hat der Herr zum Glück die Hinfahrt und vor allem den Aufethalt gestellt. Fünf Tage New York, von Nachtbus zu Nachtbus. Anlass der Reise war die Auto Show, eine Parade aus Pickups, Porsches und Pokalen, jene für das weltbeste Kraftfahrzeug. Angeblich ein Golf.

Doch ein Narr, wer nur aufs Blech schauen würde. New York ist keine Autostadt. Fotos aus New York finden Sie hier.

Kanada: Fast wären wir Papst

Weltberühmte Kanadier? Celine Dion und Bryan Adams, je nach Musikgeschmack sind die beiden vorzeigbar. Mit Justin Bieber ist das bereits schwieriger. Es gibt nicht zwischen verachten oder vergöttern. Doch zumindest vorübergend hatte ein alter Mann eine größere Internetgemeinde hinter sich als Bieber. Marc Ouellet. Fast wäre er Papst geworden.

03:19 Papssammelgeschichte

432 Einwohner hat das Dorf La Motte in Québec, aus dem Ouellet stammt. Alle Augen – zumindest alle kanadischen Augen – waren auf den Weiler gerichtet, als der neue Pontifex gewählt wurde. In Ort wurde sogar ein Schneemann im Kardinalsgewand gebaut. Seit es „Habemus papam“ hieß und Kanada weiter papstlos blieb, schmilzt er unbeachtet dahin. Weiterlesen